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Freitag, 20. Mai 2011

Wo bleibt der Spielespass?

Ich erinnere mich noch sehr genau. Es war 1989. Meine geniale Ära des Videospiels hatte begonnen. Mir bimmelt heute noch der Sound von Giana Sisters im Ohr.  Ich hatte zum ersten mal in meinem Leben einen wirklichen Joystick in der Hand. Ein roter Knüppel mit Golfball grosser Kugel am Ende, Zwei verführend Rot leuchtende Knöpfe die man liebend gern gedrückt hat. 

Ich sprang wie wild durch die Gegend, erledigte irgendwelche Viecher die mir entgegen kamen, nahm jedes Gimmick mit was ich fand, trällerte die MIDI Sounds nach und war einfach nur glücklich. Man könnte sagen, ich hatte mich verliebt. Einige Wochen später bekam ich das nächste merkwürdige Teil in die Hand. Vier Ecken, 2 verführerisch Rot leuchtende Knöpfe aber, dieses mal ein Kreuz. Merkwürdiges teil, aber es schreckte mich nicht ab mein erstes Game in der nächsten Generation zu genießen.  Super Mario Bros. war der Renner für mich.
Ich sprang wie wild durch die Gegend, erledigte irgendwelche Viecher die mir entgegen kamen, nahm jedes Gimmick mit was ich………..
Ich wusste sofort, ohne jegliche Zeitangabe, Giana Sisters war nur der kopierte Schund des Super Klempners in roten Hosen der auf Pilzen und Pflanzen mehr Vernichtet hatte als der kalte Krieg. Wer nun von Wem wirklich kopiert hatte, war mir eigentlich egal. Dieses Spiel liebte ich wesentlich mehr als alles andere. Norbert, mein damaliger Freund, war wahrscheinlich schon genervt von mir weil ich fast jeden Tag da war nur um Mario laufen zu sehen.
Ich wusste es würde Zeit, etwas zu unternehmen und so begann mit stolzen Sieben Jahren die sucht nach Videospielen. Nach Nintendo! Ich sparte ein langes und sehr hartes Jahr um endlich meine eigene Konsole zu bekommen. 1990 war es nun soweit, ich saß unter dem Tannenbaum, alles glitzerte, es roch nach frischer Tanne, ich hatte gut gegessen und ich wollte meine Eltern dafür umbringen, das sie das Christkind erst für 20.30 Uhr bestellt hatten!
Ich wurde in mein Zimmer geschickt und harrte dort Zehn Minuten aus, hörte Stimmen, rascheln, wurde immer nervöser und ich könnte heute noch schwören, ich hätte eine dritte Stimme gehört… Vielleicht war es aber auch nur meine Imaginäre Freundin Kathrin die mich wieder zu blökte…
*BIMMELIMELIMELIM*
JA! ENDLICH! Es war soweit. Ich rannte aus meinem Zimmer und schmiss mich in die Flut der Geschenke. Ich landete hart. Es war nur ein Karton… „Was? Nur ein Karton??"
Nun gut, ich zerpflückte das Papier und missachtete die Zwischenrufe meiner Mutter das man das Papier noch mal verwenden könne. Ich war nun umgeben von warmen Licht eines Nigel Nagel Neuem Super Nintendo Entertainment System!  Whow.
Nur war ich nicht wirklich Intelligent… Ich hatte in einem Toys´r´us Prospekt das SNES gefunden und es mir gewünscht. Das Geld dafür hatte ich ja, aber Ohne Game kann man damit nun mal nichts tun. Gott sei Dank hatten meine Eltern für mich mitgedacht und ein tolles Spiel besorgt. Irgendwo hinter mir auf dem Schrank stand noch ein Geschenk. Wesentlich kleiner und rappeliger. Wieder flogen die Fetzen bis ich den kleinen Nackten Grünen Karton in den Händen hatte und war nun stolzer Besitzer von Donkey Kong Country!!
Es gab noch ein paar Geschenke für mich, die ich aber nicht weiter beachtete da meine Prioritäten grade etwas anders lagen. Ich saß zwischen Papier, leeren Kartons, Styropor, kabeln und mit einer Entfernung von 30 cm vorm Fernseher. Ich glaube meine Mutter hatte echt Große Sorgen um meine Augen in dem Moment, was mir aber völlig egal war. Ich war voll und ganz auf dem Bananen Trip. Ich habe ca. Acht Stunden am Stück gespielt bis ich mit völlig Wunden Daumen und meinem Joypad in der Hand eingeschlafen bin. Meine Mutter meine es nur gut als Sie das SNES ausschaltete, weder sie noch ich hatten jemals wirklich was von Speichern gehört. Ich war schon in der dritten Welt angekommen und durfte wieder von vorne anfangen…
Da fällt mir gerade ein das die Relation der Preise damals völlig anders war. Ich hatte mir das SNES hart zusammen gespart. Satte 180DM hat es mich damals gekostet. DKC hingegen, wie ich herausfand nach dem studieren des Toys´r´us Prospekts, kostete nur 160DM.
Ich frage mich gerade ob ich heute bereit wäre, für  ein Spiel 20€ weniger als für die Konsole zu bezahlen. Oder wenn man es umrechnen würde, 80€. Wer würde sich da nicht an den Kopf fassen??
Ich überspringe mal ein paar Jahre und gehe ins Jahr 1997. Die Zeitungen waren voll mit Berichten von „Perfekt Schwarz". Ich war dermaßen Heiß auf dieses Spiel, das ist unglaublich. Ich war schon vorher der King in „Golden Ei" und wusste, ich werde in diesem Game unschlagbar werden. Ich wohnte in einem kleinen Dorf namens Overhedtfeld. Wo sollte man dort so ein Spiel herbekommen?? Ich fuhr mit dem Rad, Vier Km ins nächste Dorf ein von außen sehr interessanter Laden war.
Tatsächlich konnte ich es dort bestellen. Natürlich nur über Import. Um sicher zu gehen sollte ich noch Geld dalassen und nächste Woche wieder kommen. Eine Woche später hielt ich es tatsächlich in meinen Händen. Perfekt Schwarz war mein. Ich schwang mich auf den Drahtesel und peste so schnell ich konnte nach hause und rief Ben, Alex und Thomas an. Nachdem sie bei mir eintrafen und wir uns Zehn Stunden wieder trennten, hätte ich glücklich sterben können. Ich hatte sie wirklich alle platt gemacht. Ich sage heute noch das dass AR34 die beste Waffe dort war.

Es gab natürlich noch ein paar mehr dieser Erlebnisse aber ich möchte auch nicht zu sehr ausschweifen. Ich frage mich, wo sind diese Erlebnisse heute? Ich habe schon lange keine so intensive Erfahrung mehr gehabt. Natürlich, Zelda, Resi, Metroid… All der ganze kram war toll. Ich daddle die Sachen immer noch gerne. Ist der Markt so Reiz überflutet das einen so was heute gar nicht mehr beeindruckt? Bin ich Abgestumpft? Liegt es daran das man Kinder und Teens viel einfacher beeindrucken kann?
Ich habe schon überlegt ob es vielleicht am Internet liegt. Früher hatte ich einmal im Monat meine Zeitung die mich auf dem neusten Stand hielt, heute google ich das was  ich brauch oder gehe News auf verschiedenen Seiten durch. Womit wir wieder beim Thema Reizüberflutung wären… Ich vermisse die alte Zeit in der alles toll war, alles irgendwie beeindruckend.

„Sei froh das Du noch so jung bist, irgendwann verstehst du mich…"

Ja, heute versteh ich meine Mutter…

In Gedenken an die Kindheit...







XI

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